Tourdaten:
Mit dem Auto 150 km
Route:
von Stuttgart ins Rheintal
Highlights entlang der Strecke:
Es war dieser eine Moment, in dem wir gleichzeitig nach oben sahen.
Nicht weil wir es geplant hatten – sondern weil der Straßburger Himmel es so wollte.
Hinter uns lag der Lärm der Stadt, vor uns ragte das Münster auf – gewaltig, rosafarben, als hätte jemand Sandstein in Licht getaucht.
Ein gotischer Pfeil in die Ewigkeit.
Wir standen still. Schulter an Schulter.
„Weiter?“ fragte Kaya. Ich nickte.
Wir hatten Zeit. Und keine Route. Die besten Tage beginnen so.
Wir bogen links ab, ließen die Menschen hinter uns und kamen auf einen Platz, der sich plötzlich auftat wie ein stiller Atemzug.
Der Innenhof des Palais Rohan – quadratisch, majestätisch, leer.
Wir drehten uns, ganz unauffällig und doch ganz touristisch, einmal im Kreis.
Die Kieselsteine knirschten unter den Schuhen. Ein Moment für sich.
Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag von 8:30 bis 11:15 Uhr
Wenig später: eine schmale Gasse.
Der Wind roch nach Baguette, warmem Pflaster und einer leichten Ahnung von Abenteuer. Und dann – ganz unauffällig – blieben wir stehen.
Nicht wegen eines Schildes. Nicht wegen eines Geruchs.
Einfach so.
Und da war er: Ein winziger Michelin-Stern, angeschraubt an die Mauer wie ein zu spät gegebener Hinweis.
„Da rein?“, fragte Kaya.
Ich grinste. „Natürlich.“
Das Restaurant war klein. Kein Ort für große Gesten.
Altstadtfenster, dunkles Holz, Kerzenlicht – und ein Kellner, der uns ansah, als hätte er schon auf uns gewartet.
Wir bekamen einen kleinen Tisch am Fenster.
Schnecken in heißem Öl.
Knoblauchduft, der sich wie eine warme Decke auf die Sinne legte.
Kulinarische Empfehlung:
CHEZ YVONNE
Nach dem Essen liefen wir los, langsam, durch die Altstadt von Petite France. Die Häuser wirkten wie müde Dichter – schief, voller Geschichten, bereit, sich jedem anzuvertrauen, der zuhören wollte.
Das Licht fiel weich zwischen die Fassaden, spiegelte sich in den Kanälen, und irgendwann standen wir am Fluss.
Das Wasser floss träge, als wäre es satt vom Tag. Ein Schwan zog seine Bahnen, unbeirrbar. Kaya nahm meine Hand. Wir sagten nichts. Manchmal ist Schweigen das schönste Gespräch.
Und dann entdeckten wir Cuisine et Boissons.
Der Name klang wie ein Gedicht.
Drinnen saß der Inhaber mitten im Gastraum, tippte Zahlen in ein Laptop, trank Crémant, servierte Lächeln.
Ein Nebensatz des Tages. Und trotzdem unvergesslich.
Straßburg hatte uns nicht überwältigt.
Es hatte sich angeschlichen – zwischen Sandstein, Sud und Seitenstraßen.
Und irgendwo auf diesem Weg wurde aus einem Stadtbesuch eine Erinnerung.
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